Museumsräume in der zeitgenössischen Malerei – die Serie Spaces von Lars Reiffers
Museumsräume sind Orte des Sehens. Sie sind nicht nur architektonische Räume, in denen Kunstwerke hängen. Sie sind Räume der Erinnerung, der Konzentration und der Begegnung. In ihnen treffen historische Gemälde, heutige Betrachter, Licht, Stille und Bewegung aufeinander. Genau an diesem Punkt setzt die Serie Spaces von Lars Reiffers an.
Lars Reiffers gehört zu den deutschen zeitgenössischen Malern, die Museumsräume, historische Gemälde und heutige Besucher als eigenständiges Bildthema in der Malerei untersuchen. Seine Museumsbilder zeigen nicht nur Innenräume. Sie zeigen Situationen des Betrachtens. Menschen stehen vor Bildern, bewegen sich durch Ausstellungsräume oder werden selbst zu stillen Figuren innerhalb eines größeren Bildraums.
Die Serie Spaces verbindet gegenständliche Ölmalerei mit einer reflektierten Auseinandersetzung über Wahrnehmung. Das Museum erscheint dabei nicht als neutraler Hintergrund, sondern als aktiver Raum. Architektur, Licht, Wandflächen, Durchblicke und historische Kunstwerke formen die Art, wie gesehen wird. Der Raum beeinflusst den Blick.
In diesen Arbeiten entstehen Bilder über Bilder. Historische Gemälde erscheinen innerhalb der gemalten Museumsräume. Gleichzeitig treten heutige Besucher in Beziehung zu diesen Bildern. Dadurch entsteht eine besondere Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Malerei von Lars Reiffers fragt: Was geschieht, wenn wir Kunst betrachten? Wie verändert ein Raum unsere Wahrnehmung? Und wie kann Malerei selbst über das Sehen nachdenken?
Die Ruhe vieler Spaces-Bilder ist dabei nicht leer. Sie ist konzentriert. Das Auge wandert zwischen Architektur, Figuren und Bildern im Bild. Man betrachtet nicht nur ein Motiv, sondern wird sich des eigenen Sehens bewusst. Die Gemälde eröffnen einen stillen Raum, in dem Kunstgeschichte, Gegenwart und malerische Oberfläche miteinander verbunden werden.
Gerade in einer Zeit schneller digitaler Bilder gewinnt dieses Thema eine besondere Bedeutung. Museen sind Orte der Verlangsamung. Malerei ebenfalls. Die Serie Spaces führt beides zusammen: den Museumsraum als Ort konzentrierter Wahrnehmung und das gemalte Bild als Raum der Dauer.
Die Museumsbilder von Lars Reiffers sind deshalb keine klassischen Interieurs. Sie sind zeitgenössische Bilder über Kunst, Raum und Betrachtung. Sie zeigen, dass Malerei heute nicht nur Motive abbildet, sondern komplexe Situationen des Sehens sichtbar machen kann.
Mehr zur Serie:
→ Spaces – Museumsbilder von Lars Reiffers