Spaces
Raum · Erinnerung · Resonanz
Seit 2016 malt Lars Reiffers Museen, Paläste und historische Innenräume. Ausgangspunkte sind unter anderem Versailles, der Louvre und die National Gallery.
Auf den ersten Blick scheinen diese Arbeiten Architektur darzustellen. Doch der Raum ist nicht ihr eigentliches Thema. Museen sind Orte des Sehens: Kunstwerke werden präsentiert, Besucher bewegen sich durch historische Räume, Bilder aus vergangenen Jahrhunderten treffen auf gegenwärtige Wahrnehmung.
In den Gemälden von Lars Reiffers kehrt sich dieses Verhältnis um. Der Ort, an dem normalerweise Kunst betrachtet wird, wird selbst zum Gegenstand der Betrachtung. Gemälde erscheinen innerhalb von Gemälden, Spiegel verdoppeln Räume, Türen öffnen weitere Bildräume und Besucher werden Teil der Komposition. Vergangenheit und Gegenwart, Kunstwerk und Betrachter, Distanz und Nähe überlagern sich.
Die Serie beschäftigt sich damit, wie ein Raum durch Wahrnehmung, Erinnerung und Anwesenheit zu einem Ort wird. Hartmut Rosas Gedanke der Resonanz bietet dafür eine mögliche Perspektive: Eine wirkliche Beziehung zu einem Bild lässt sich nicht erzwingen oder vollständig verfügbar machen. Sie entsteht dort, wo Wahrnehmung offenbleibt und etwas zurückwirken kann.
Auch die Fotografie ist nur ein Ausgangspunkt. Im langsamen Prozess der Ölmalerei verändern sich Farbigkeit, Perspektive und Gewichtung. Details verschwinden, Spiegelungen werden verstärkt, räumliche Tiefe kann sich in Fläche verwandeln.
Die Spaces sind deshalb keine Dokumentationen von Museumsräumen.
Sie sind Gemälde über das Sehen – über Erinnerung, Präsenz und die Möglichkeit einer Beziehung zwischen Bild und Betrachter.
→ mehr dazu im Journal erfahren
SPACES ausgewählte Arbeiten / selected works
sortiert nach Entstehungsjahr
2026
Der Abstand 80 x 60 cm
The Ensemble II 140 x 210 cm
2025
2024
2023
2022
2021
2020
2019
2017
2016
2015