Die Palette als Arbeitsfläche

Auf der Palette werden Farben nicht nur gemischt, sondern in Beziehung gesetzt. Bereits hier beginnt die malerische Entscheidung: Welche Temperatur soll ein Ton haben, wie stark darf ein Kontrast werden, wie weit lässt sich eine Farbe öffnen oder binden? Die Palette ist deshalb nicht bloß Hilfsmittel, sondern ein eigener Arbeitsraum des Bildes.

Gerade in der Ölmalerei zeigt sich auf ihr, wie stark Farbe von Übergängen lebt. Ein Weiß ist nie einfach nur Weiß, ein Rot nie einfach nur Rot. Zwischen warmen und kühlen, gebrochenen und leuchtenden Tönen entsteht jene Spannung, die später im Bild Atmosphäre, Körperlichkeit und Präsenz trägt.

Zurück
Zurück

Zwischenzustand eines Bildes