Spaces

In meiner Serie Spaces beschäftige ich mich mit Museen, historischen Sälen und Räumen, in denen Kunst gezeigt wird. Mich interessiert dabei nicht nur die Architektur. Ich beobachte auch, wie Menschen sich in diesen Räumen bewegen, wie sie schauen und wie sie den Kunstwerken begegnen.Viele dieser Orte sind scheinbar vollständig erschlossen. Sie sind katalogisiert, fotografiert, beschrieben und für Besucher zugänglich. Trotzdem bleiben sie rätselhaft. Spiegelungen, offene Türen, leere Flächen und verschobene Perspektiven sorgen dafür, dass sich der Raum nicht vollständig erfassen lässt.Auch die Kunstwerke an den Wänden spielen eine wichtige Rolle. Sie sind nicht nur Teil der Einrichtung, sondern Gegenüber. Menschen betrachten Bilder, Figuren in den Bildern scheinen zurückzublicken, und der Betrachter meines Gemäldes beobachtet diese Begegnung. Dadurch entstehen mehrere Ebenen des Sehens.Mich interessiert die Frage, ob zwischen einem Menschen und einem Kunstwerk tatsächlich ein Dialog entsteht. Ein Museum kann ein Bild sichtbar und zugänglich machen. Es kann aber nicht bestimmen, ob dieses Bild jemanden berührt. Diese Wirkung bleibt offen und lässt sich nicht planen.Die langsame Arbeit mit Öl auf Leinwand ist für mich ein Gegenpol zur schnellen Bildwelt der Gegenwart. Aus fotografischen Eindrücken entstehen Gemälde, in denen Wahrnehmung unsicher wird. Die Räume sind vertraut und fremd zugleich. Sie laden zum Eintreten ein und halten den Betrachter dennoch auf Abstand.Meine Bilder zeigen deshalb nicht nur Räume der Kunst. Sie handeln auch vom Sehen, vom Gesehenwerden und von der Möglichkeit einer wirklichen Begegnung.

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Wann beginnt ein Kunstwerk zu sprechen?