Flowers
Schönheit · Präsenz · Zeit
Blumen gehören zu den traditionsreichsten Motiven der Malerei. In den Arbeiten von Lars Reiffers sind sie jedoch nicht nur klassische Stillleben, sondern Ausgangspunkte für eine Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Farbe und Zeit.
Aus realen Arrangements und fotografischen Beobachtungen entstehen Gemälde, in denen Blüten, Blätter, Stiele, Glas und Spiegelungen zunehmend ihre Eindeutigkeit verlieren. Konturen lösen sich auf, Blütenblätter werden zu Pinselspuren, dunkle Bereiche zu Farbflächen. Der Gegenstand bleibt erkennbar und beginnt sich zugleich in Malerei zu verwandeln.
Gerade die Blume eignet sich für diese Untersuchung, weil ihre Präsenz niemals stabil ist. Der Moment größter Schönheit ist vorübergehend. Sie kann besonders intensiv erscheinen, während ihre Veränderung bereits begonnen hat.
Diese fragile Präsenz steht im Zentrum der Serie.
Das Stillleben wird dabei nicht als historische Form wiederholt, sondern als Möglichkeit genutzt, einem vertrauten Gegenstand länger Aufmerksamkeit zu schenken. Je genauer der Blick wird, desto weniger selbstverständlich erscheint das Motiv.
Die Blume ist deshalb zugleich Gegenstand und malerisches Ereignis.
Die Bilder handeln von Schönheit und Vergänglichkeit, vor allem aber von der Frage, wie Farbe, Licht und Oberfläche einem flüchtigen Gegenstand eine neue Form von Präsenz geben können.
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